Terroir. Nur ein Wort. Aber so viel dahinter. Wer einer guten Flasche Wein auf den Grund gehen möchte, muss an ihren Ursprung zurückkehren. Dort, wo alles beginnt.

Für das französische Wort Terroir gibt es im Deutschen keine Entsprechung. Terroir ist weit mehr als nur eine bestimmte Gegend, auf der ein paar Rebstöcke wachsen. Es ist so etwas wie das große Ganze, die Gesamtheit aller natürlichen Faktoren und kulturellen Einflüsse, die einem Wein seinen individuellen Charakter verleihen. Terroir beschreibt das Zusammenspiel von Landschaft und Klima, das Miteinander von Hanglage, Niederschlagsmenge und Bodenqualität. Und es beschreibt das tiefe Verständnis des Winzers für ein ganz bestimmtes Stückchen Erde, das durch sein Wissen erst die besondere Identität des Weins hervorbringt.

Edle Tropfen mögen es flach

Es ist vor allem die Bodenbeschaffenheit, die die Qualität des Weins bestimmt. Granit, Schiefer oder Kalkstein, die im Boden lebenden Mikroorganismen, seine Struktur, Mineralien, die gesamte individuelle Zusammensetzung des Erdreichs – das alles formt den Charakter des Weins. Ebenso wie die Tiefe des Bodens, denn sie bestimmt, wie sich die Wurzeln der Reben ausbreiten. So bieten etwa karge und eher flache Böden wesentlich bessere Voraussetzungen für den Anbau höherer Qualitäten.

Auf unterschiedlichen Böden angebaut, kann dieselbe Rebsorte also völlig verschiedene Weine hervorbringen. Und im besten Fall ist das eben ein Terroir-Wein. Einer, der die komplexen Aromen des Bodens ebenso transportiert wie die oft über Generationen weitergegebene Erfahrung seines Winzers.

Kein Wunder also, dass GOSCH seine Angel nach Winzern auswirft, die auf solche Weine spezialisiert sind.

Steine machen Weine

In gewisser Weise ist Erde die Mutter eines Weins. Muttererde aber muss es deshalb nicht gleich sein. Vier Varianten sehen Sie hier:


Sandiger Löss
Pulverisiertes Gestein mit Quarz-, Kalk und Lehmpartikeln, das in der Eiszeit durch hohen Gletscherdruck entstanden ist. Es kann ausreichende Mengen Wasser speichern, wärmt sich schnell auf und ist aufgrund der Sandanteile zugleich gut durchlüftet. Der kalkreiche Boden sorgt für eine gute Nährstoffversorgung und verleiht z. B. dem Finkenauer Sauvignon Blanc eine besondere Mineralität.

Schiefer
Hierunter fällt sehr hartes Sediment-Gestein, das einst aus Ton und Schlamm in der Tiefsee entstanden ist und im Laufe der Erdgeschichte die Form von dünnen, ebenen Platten angenommen hat. Schieferboden kann Wärme besonders lange halten und gewährleistet daher auch in kälteren Breiten den Anbau hochwertiger Weine.

Lehm
Ein kalkfreier Ton mit hohem Eisen-Gehalt. Er ist das Ergebnis von verwittertem Granit und Gneis sowie von Gletscher-Ablagerungen, die über lange Zeiträume mittels Wasser, Wind und Eis transportiert wurden und je nach Ablagerungsstandort mal als Berglehm, Schlicklehm oder auch Auelehm bezeichnet werden. Solche Böden ergeben vollmundige, kräftige Weine.

Urgestein
Je nach Gesteinstyp handelt es sich um Tiefengestein (z. B. Granit, Diorit) oder Erguss-Gestein (z. B. Basalt, Porphyr). Im Fall der nördlichen Ortenau, wo der Bimmerle Cuvée No. 1 seine Heimat hat, ist es mit Löss, Lehm und Sand durchmischt. Der kalkreiche Boden sorgt für eine würzig-fruchtige Note und eine ausgeprägte Mineralität.